Persönliche Schutzmaßnahmen - Allgemein

Auf Basis des COVID-19 Maßnahmengesetzes wurde die gesundheitsrechtliche COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung – COVID-19-SchuMaV kundgemacht. Sie enthält in § 6 eine allgemeine Regelung zu Orten der beruflichen Tätigkeit. Bei den Regelungen zur Minimierung der Infektionsgefahr mit COVID-19 – auch bei der beruflichen Tätigkeit – handelt es sich um allgemeine Gesundheitsschutzregelungen.

Zu den allgemeinen Maßnahmen für Orte der beruflichen Tätigkeit sowie Kundenbereichen vergleichen Sie hier.

Hinweis:  Welcher Atemschutz und weitere PSA im Gesundheitsbereich erforderlich sind, finden Sie auf der Themenseite Atemschutz und PSA im Gesundheitsbereich.

Schutzmaßnahme „Mund und Nasenschutz – MNS“

Mund und Nasenschutz Maske

An Arbeitsorten muss zusätzlich zur Einhaltung des 2-Meter-Abstandes grundsätzlich eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende und eng anliegende mechanische Schutzvorrichtung getragen werden (davon kann eine Ausnahme gemacht werden, sofern technischen Maßnahmen, wie Trennwände oder Plexiglasscheiben oder – sofern technische Maßnahmen die Arbeitsverrichtung unmöglich machen – organisatorische Maßnahmen, wie das Bilden fester Teams getroffen wurden).
Die Maske reduziert das Verbreiten von Viren. Durch das Tragen der Maske ist das Gegenüber geschützt.

Testungen auf SARS-CoV-2 und Schutzmaßnahme FFP2-Maske

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bereichen mit Kundenkontakt (insbesondere im Handel und in Dienstleistungsbetrieben), in der Lagerlogistik (wenn der 2m-Abstand nicht eingehalten werden kann), in Bildungseinrichtungen bei Kontakt mit Kindern, Lehrerinnen und Lehrer bei Kontakt mit Schülerinnen und Schülern und Personen, die im Parteienverkehr in Verwaltungsbehörden und Verwaltungsgerichten tätig sind, müssen nach den Vorschriften des Gesundheitsministeriums beim Betreten des Arbeitsortes einen Nachweis eines Antigen-Tests auf SARS-CoV-2 oder eines negativen molekularbiologischen Tests auf SARS-CoV-2 vorweisen.Wenn sie das nicht können, müssen sie eine FFP2-Maske (oder eine Maske mit mindestens gleichwertig genormtem Standard) tragen. Verfügen diese Personen über einen solchen Nachweis müssen sie dennoch eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende und eng anliegende mechanische Schutzvorrichtung tragen (zusätzlich zur Einhaltung des 2-Meter-Abstandes). Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in elementaren Bildungseinrichtungen im Kontakt mit Kindern, die einen Nachweis vorlegen können, entfällt die MNS-Pflicht. Dienstleister, die körpernahe Dienstleistungen außerhalb der Arbeitsstätte erbringen wollen (z.B. Hausbesuche durch Friseure), müssen sich jedenfalls maximal 48 Stunden davor einem Test auf SARS-CoV-2 unterziehen. Näheres dazu finden Sie hier: Aktuelles & COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung

Weitere Bereiche, in denen nach den Vorschriften des Gesundheitsministeriums das Tragen einer FFP2-Maske ohne Ausatemventil für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verpflichtend ist:

  • In Alten- und Pflegeheimen sowie stationären Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe (alternativ darf eine Corona SARS-CoV-2 Pandemie Atemschutzmaske – CPA oder eine Maske mit höher genormtem Standard verwendet werden, zusätzlich muss alle drei Tage in Alten- und Pflegeheimen, alle sieben Tage in Behindertenheimen ein Antigen-Test auf SARS-CoV-2 oder ein molekularbiologischer Test auf SARS-CoV-2 gemacht werden, der Nachweis darüber ist bei der Arbeit bereit zu halten)
  • Erbringer mobiler Pflege- und Betreuungsdienstleistungen. Alternativ darf eine Corona SARS-CoV-2 Pandemie Atemschutzmaske – CPA oder eine Maske mit höher genormtem Standard verwendet werden.  Außerdem muss ein Antigen-Test oder ein negativer molekularbiologischer Test auf SARS-CoV-2 vorliegen, dessen Abnahme nicht länger als sieben Tage zurückliegen darf. 
  • In Krankenanstalten, Kuranstalten sowie allen anderen Orten, an denen Gesundheitsdienstleistungen erbracht werden (alternativ darf eine Corona SARS-CoV-2 Pandemie Atemschutzmaske – CPA oder eine Maske mit höher genormtem Standard verwendet werden, zusätzlich muss alle sieben Tage ein Antigen-Test auf SARS-CoV-2 oder ein molekularbiologischer Test auf SARS-CoV-2 gemacht werden, der Nachweis darüber ist bei der Arbeit bereit zu halten)
  • Taxis und taxiähnliche Betriebe sowie bei jeder gemeinsamen Benützung von Kraftfahrzeugen (alternativ darf eine Maske mit mindestens gleichwertig genormtem Standard getragen werden)
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben, die ausnahmsweise geöffnet haben dürfen, müssen die Testverpflichtung für Personen mit Kundenkontakt einhalten (vergleiche dazu oben) 

Weitere Informationen zum Thema Maskenpflicht und Testungen auf COVID-19 finden Sie auf der Website des Sozialministeriums: 

Coronavirus - Aktuelle Maßnahmen
FAQ: FFP2-Masken, MNS und Abstandspflicht
FAQ: Testungen und Quarantäne

Evaluierung der körperlichen Belastung durch das Tragen von filtrierenden Atemschutzmasken (FFP2 und FFP3)

Die Belastung des Organismus durch den erhöhten Atemwiderstand beim Tragen von filtrierenden Atemschutzmasken (FFP2 und FFP3) ist von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung zu ermitteln, zu beurteilen und dagegen Maßnahmen zu setzen (§ 4 ASchG). Diese Verpflichtung besteht sowohl für FFP-2- und FFP-3-Masken, die nach den Arbeitnehmerschutzvorschriften erforderlich sind (z.B. im Gesundheitsbereich) als auch für die nach den gesundheitsrechtlichen Vorschriften (COVID-19-Maßnahmenverordnungen), sofern sich dadurch eine Belastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ergeben kann. Die als Ergebnis der Evaluierung sich ergebenden Maßnahmen werden oftmals nur organisatorischer Art sein können, also Begrenzung der ununterbrochenen Tragedauer und Gewährung von Pausen (siehe dazu den nächsten Punkt).

Entscheidend sind der erhöhte Atemwiderstand und die damit geringere Sauerstoffsättigung im Blut, was sich negativ auf die körperliche Leistungsfähigkeit auswirken kann. Nicht nachgewiesen werden konnte allerdings ein Anstieg des CO2-Gehalts im Blut.

Bei der Umsetzung von Maßnahmen sind die Grundsätze der Gefahrenverhütung umzu­setzen und dementsprechend ist der Stand der Technik im Sinne von wissenschaftlichen Erkenntnissen zu berücksichtigen (§ 7 ASchG).

Perioden mit längerer kontinuierlicher Trage­dauer von filtrierenden Atemschutzmasken können zu vermehrtem Auftreten von Beschwerden (wie gefühlte Anstrengung oder Dyspnoe, Kopfschmerzen, Benommenheit und Kommunikationsschwierig­keiten) sowie unter Umständen zu Hautschäden führen. Zusätzlich zur eventuellen Gesundheitsbeeinträchtigung können Auswirkungen auf die Bereitschaft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die   weiteren Verwendung entstehen.


Pausen bei dauerhaftem Tragen einer Maske

Der vom 25. Jänner 2021 bis zum 31. August 2021 für alle Mitgliedsbetriebe der Wirtschaftskammer geltende „Generalkollektivvertrag Corona-Test“ sieht vor, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die aufgrund von Gesetzen oder Verordnungen bei der Arbeit eine Corona-Maske (gleichgültig welcher Art) tragen müssen, nach spätestens drei Stunden Maskentragen das Abnehmen der Maske für mindestens 10 Minuten ermöglicht werden muss.

In dieser Zeit dürfen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit anderen Tätigkeiten beschäftigt werden, bei denen sie keine Maske tragen müssen. Es ist aber auch möglich, dass nach spätestens drei Stunden Maskentragen eine ausreichend lange Ruhepause bzw. Arbeitspause gehalten wird; dann muss nicht noch zusätzlich eine „Maskenpause“ eingelegt werden.

Im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung kann sich ergeben, dass bereits nach kürzeren Zeiträumen Unterbrechungen des Maskentragens notwendig sind oder dass diese Unterbrechungen länger dauern müssen.

Zur Tragedauerbeschränkung von FFP2-Masken liegen arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse vor, die in der DGUV 112-190 aufgeführt sind: Bei einer filtrierenden Halbmaske ohne Ausatemventil muss nach spätestens 75 Minuten eine Unterbrechung (Pausen oder Tätigkeiten, die ohne Maske durchgeführt werden können) des Tragens zur Erholung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ermöglicht werden. Diese Erholungszeit muss mindestens 30 Minuten dauern.

Während der Erholungsdauer geht es darum, die Maske nicht zu tragen, es ist keine Arbeitspause gemeint. Tätigkeiten, die ohne Maske durchgeführt werden können, sind weiterhin in der Erholungsdauer möglich.

Davon abweichende Pausenregime können aber ebenfalls geeignet sein, wenn sie zum gleichen Ergebnis hinsichtlich Entlastung bzw. Erholung führen, zB mehrere kurze Pausen, die routinemäßig be­nötigt werden (zB zum Essen, Trinken).

Vergleichbare arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu Tragezeitbegrenzungen für den Mund-Nase-Schutz (MNS) liegen derzeit noch nicht vor. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften der für MNS verwendeten Gewebe (Webstoff 2-lagig oder Vlies) ist aber davon auszugehen, dass der Atemwiderstand ebenfalls erhöht ist und eine Belastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer darstellt. Die Belastung des Organismus durch den erhöhten Atemwiderstand beim Tragen von Atemschutzmasken ist von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung zu ermitteln und zu beurteilen, und es sind dagegen geeignete Maßnahmen zu setzen.

Bei erschwerenden Arbeitsbedingungen wie z. B. durch hohe Lufttemperatur, hohe Luftfeuchtigkeit, höhere körperliche Belastung und Schutzkleidung können aber durchaus auch kürzere Intervalle notwendig sein.


Schutzmaßnahme Gesichtsschutz

Piktogramm Gesichts-PSA


Grundsätzlich sind nur den Mund- und Nasenbereich abdeckende, eng anliegende Schutzvorrichtungen (MNS), bzw. FFP2-Masken zu verwenden. Eine Ausnahme für Gesichtsvisiere gilt für Menschen, die ein ärztliches Attest vorweisen können, das bestätigt, dass sie aus gesundheitlichen Gründen keinen MNS, bzw. FFP2-Masken tragen können (z.B. AsthmatikerInnen). Weiters sind entsprechende Gesichtsvisiere als Teil der Schutzausrüstung zusammen mit MNS (z.B. bei medizinischem Personal) weiterhin erlaubt.

Handschuhe

  • Es gilt die Grundregel: Handhygiene und die Vermeidung, sich ins Gesicht zu fassen, sind unumgänglich.
  • Handschuhe können natürlich einen Schutz bieten. Für den Umgang muss es aber klare Regeln geben. Viele Kontaminationen entstehen beim Ablegen von Schutzhandschuhen, weil dies nicht richtig erfolgt.
  • Lange Tragezeiten von Handschuhen führen zu einer hohen Belastung der Haut durch Feuchtigkeit, aber auch die oftmalige Reinigung und Desinfizierung der Hände führt zu einer hohen Belastung der Haut. Hier sind geeignete Hautmittel zur Verfügung zu stellen. Unter Einbeziehung der Präventivfachkräfte (Arbeitsmedizin) ist abzuklären welche Hautmittel (für Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege) geeignet sind und nach welchem Hautschutzplan die Anwendung erfolgen soll.

Letzte Änderung am: 28.02.2021