Atemschutz und PSA im Gesundheitsbereich

Arbeiten in Bereichen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko im Gesundheitsbereich und in der Pflege

Auf Grund der Einstufung von SARS-CoV-2 in die Risikogruppe 3, gelten die Schutzmaßnahmen nach der Verordnung biologische Arbeitsstoffe (VbA) für diese Risikogruppe.

Wegen seiner großen molekularbiologischen Ähnlichkeit mit SARS-CoV-1 und MERS-CoV und den bisherigen Daten zu Epidemiologie und Klinik der Infektion, den derzeit fehlenden Möglichkeiten zu Impfprävention und Therapie sowie der großen Verbreitungsmöglichkeit in der Bevölkerung wurde SARS-CoV-2 aus Präventionsgründen ebenfalls der Risikogruppe 3 zugeordnet.  

  • Bei Verdacht oder einer bestätigten COVID-19 Erkrankung muss die betreuende/untersuchende Person, je nach Tätigkeit, FFP 2 oder FFP3 Atemschutzmaske, Haube, Handschuhe, Schutzkleidung und Schutzbrille tragen.
  • Unabhängig von einem Verdacht oder einer bestätigten COVID-19-Erkrankung gilt: Nach den Vorschriften des Gesundheitsministeriums dürfen Betreiber einer Krankenanstalt oder Kuranstalt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur einlassen, wenn spätestens alle sieben Tage ein Antigen-Test auf SARS-CoV-2 oder ein molekularbiologischer Test auf SARS-CoV-2 durchgeführt wird, dessen Ergebnis negativ ist. Darüber ist ein Nachweis vorzuweisen und für die Dauer von sieben Tagen bereitzuhalten. Darüber hinaus haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Kontakt mit PatientInnen durchgehend eine Corona SARS-CoV-2 Pandemie Atemschutzmaske (CPA), eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP2 (FFP2-Maske) ohne Ausatemventil oder jeweils eine Maske mit höher genormtem Standard tragen.
  • In Alten-, Pflege- und Behindertenheimen besteht die gleiche Testverpflichtung (in Alten- und Pflegeheimen
    jedoch alle 3 Tage) sowie die Pflicht zur Verwendung einer FFP2-Maske oder CPA bei Patientenkontakt.
  • Ein Gesichtsschutz kann erforderlichenfalls einen zusätzlichen Schutz gegen das Auftreffen von groben Tröpfchen bilden. 

Zur Evaluierung der körperlichen Belastung durch das Tragen von filtrierenden Atemschutzmasken (FFP2 und FFP3) und zu Maskenpausen vergleichen Sie hier.

Zum sicheren An- und Ablegen von Atemschutzmasken und Schutzbrillen bietet das Robert-Koch-Institut Informationen an. 

Wiederaufbereitung von Atemschutzmasken für Krankenhäuser und den Gesundheitsbereich

Wiederaufbereitete Atemschutzmasken dürfen nur medizinischen Fachkräften und nur für die Dauer der derzeitigen Gesundheitsbedrohung durch SARS-CoV-2 zur Verfügung gestellt werden. Wiederaufbereitungsverfahren müssen hinsichtlich hygienischer Anforderungen dem Stand der Technik entsprechen und die mindestens erforderliche Schutzwirkung (Gesamtleckage) gewährleisten.

Der Erlass vom 24.3.2020 behandelt das Wiederaufbereitungsverfahren mit 121°C-Dampfsterilisiation:
Persönliche Schutzausrüstung - Wiederaufbereitung von Atemschutzmasken für Krankenhäuser (PDF, 0,2 MB)

Der Erlass vom 31.3.2020 behandelt die Verwendung validierter Verfahren zur Wiederaufbereitung von Atemschutzmasken und betrifft ausschließlich die Wiederaufbereitung von Atemschutzmasken durch die Arbeitgeberin, den Arbeitgeber (z.B. Krankenanstalt, sonstiger Träger) um diese dann den eigenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wieder zur Verfügung zu stellen:
Persönliche Schutzausrüstung - Wiederaufbereitung von Atemschutzmasken für den Gesundheitsbereich (PDF, 0,2 MB)

Hinweis: Die Aufbereitung von Atmeschutzmasken war nur in der Ausnahmesituation auf Grund des extremen Mangels an Atemschutzmasken im Gesundheitsbereich zulässig. Nach derzeitiger Information besteht kein Mangel an Atemschutzmasken und daher auch keine Ausnahmesituation.

Corona SARS-Cov-2-Pandemie Atemschutzmasken (CPA)

Erlass des BMDW zum Inverkehrbringen von CPA mit dem die Möglichkeit geschaffen wurde, im Rahmen eines behördlich organisierten Beschaffungsprozesses ein „verkürztes Bewertungsverfahren“ als Alternative zum herkömmlichen EU-Konformitätsbewertungsverfahren durchführen. Dieser Erlass ist bis 31.3.2021 befristet.

Aus Sicht des Schutzes der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet dies:

Informationen zum verkürzten Bewertungsverfahren auf der Web-Site des BMDW.

Handschuhe

Im klinischen Bereich sind Schutzhandschuhe erforderlich. Lange Tragezeiten von Handschuhen führen zu einer hohen Belastung der Haut durch Feuchtigkeit, aber auch die oftmalige Reinigung und Desinfizierung der Hände führt zu einer hohen Belastung der Haut. Hier sind geeignete Hautmittel zur Verfügung zu stellen. Unter Einbeziehung der Präventivfachkräfte (Arbeitsmedizin) ist abzuklären welche Hautmittel (für Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege) geeignet sind und nach welchem Hautschutzplan die Anwendung erfolgen soll.

Zum sicheren Ablegen von Schutzhandschuhen bietet das Robert-Koch-Institut Informationen an.

Schutzkleidung

Geeignet sind langärmelige, mindestens flüssigkeitsabweisende Kittel mit Rückenschluss und Abschlussbündchen an den Armen, die entweder desinfizierbar sind oder als Einmalkittel entsorgt werden.

Arbeiten durch Fremdfirmen an kritischer Infrastruktur (z.B. IT-Anlagen, Energieversorgung) in Bereichen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko, insbes. Krankenhäusern

Grundsätzlich sollte das Betreten von Bereichen mit erhöhtem Risiko nach Möglichkeit vermieden werden. Bereiche, in denen Erkrankte sich aufhalten und ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht, sind eine Angelegenheit der Koordination zwischen den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern gemäß § 8 ASchG. Hier gilt es im Detail abzuklären, welche Bereiche betreten werden müssen und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

Letzte Änderung am: 18.02.2021